Gesinnung
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Rechtschaffenheit, Neutralität und Chaos
Die Einstellung gegenüber Ordnung und Chaos ist in drei unvereinbare Überzeugungen geteilt. Man kann diese drei Überzeugungen als die drei Punkte einer Triangel sehen, die sich gegenseitig abstoßen. Die drei Überzeugungen sind "Rechtschaffenheit", "Chaos" und "Neutralität". Eine dieser drei Richtungen repräsentiert das Ethos oder den ethischen Glauben eines jeden Charakters - sein Verständnis von Gesellschaft und Beziehungen.
Neutrale Personen folgen den Regeln, die sie als passend oder offensichtlich notwendig erachten. Sie tendieren zu einer vermehrt ausgewogenen Sicht der Dinge. Sie halten daran fest, dass es für jede Kraft im Universum auch irgendwo eine Gegenkraft gibt. Dort wo es Ordnung gibt, ist auch immer Chaos. Dort wo Parteilosigkeit herrscht ist auch immer Vetternwirtschaft vorhanden. Dasselbe gilt für Gut und Böse, Leben und Tod. Das was wichtig ist, ist das all diese Kräfte im Gleichgewicht zueinander liegen. Wenn ein Faktor gegenüber seinem Gegensatz übermächtig wird, wird das Universum aus der Balance geworfen. Wenn genügend dieser Polaritäten außer Balance sind, könnte das Gewebe der Realität selbst reißen. Wenn der Tod beispielsweise über dem Leben stünde, würde das Universum zu einem unfruchtbaren Ödland werden.
Neutrale Philosophen setzen nicht nur die Existenz von Gegensätzen voraus, sondern theorisieren genauso, dass das Universum verschwände, wenn ein Gegensatz vollkommen von einem anderen ausgelöscht würde (da nichts ohne sein Gegenteil existieren kann). Zum Glück für diese Philosophen (und alles empfindungsfähiges Leben) scheint das Universum in der Lage zu sein sich selbst zu regulieren. Nur wenn ein eine mächtige, balancezerstörende Kraft auftaucht (was so gut wie nie passiert), müssen die Verteidiger der Neutralität sich ernsthaft Sorgen machen.
Gutes, Neutralität und Böses
Wie Ordnung und Chaos ist der zweite Verhaltenssatz in drei Richtungen unterteilt. Diese Richtungen beschreiben, mehr oder weniger, die moralische Weltanschauung des Charakters. Sie sind die internen Wegweiser zu was richtig und was falsch ist.
Gute Charaktere sind genau das. Sie versuchen ehrlich nachsichtig und geradeheraus zu sein. Sie sorgen sich im allgemeinen um das Wohlergehen der anderen. Jedoch sind Menschen nicht perfekt, und so sind nur die wenigsten immer gut. Es gibt immer gelegentliche Fehltritte und Schwächen. Eine gute Person sorgt sich jedoch um seine Fehler und versucht normalerweise den verursachten Schaden wieder gut zumachen.
Vergesst jedoch nicht, dass "Gut" keine absoluten Werte besitzt. Obwohl viele Dinge allgemein als gut akzeptiert werden (denen in Not zu helfen, die Schwachen zu beschützen), haben verschiedene Kulturen ihre eigenen Interpretationen, was gut und was böse ist.
Gesinnungen
Rechtschaffen Gut
Der, der den Kreuzzug anzettelt.
Charaktere dieser Gesinnung glauben, dass eine geordnete starke Gesellschaft mit einer gutorganisierten Regierung eine Verbesserung für den Großteil der Bevölkerung erreichen kann. Um die Lebensqualität zu sichern müssen Gesetze erschaffen und befolgt werden. Wenn die Menschen (und Elfen und Zwerge) die Gesetze respektieren und versuchen einander zu helfen wird die Gesellschaft gedeihen. Deswegen sind rechtschaffen gute Charaktere bestrebt das zu tun, was der Mehrheit den größten Vorteil und den geringsten Schaden bringt. Ein ehrlicher und hart arbeitender Leibeigener, ein gütiger und weiser König oder ein strenger, aber ehrlicher Justizminister sind Beispiele für rechtschaffen gute Personen.
Ein rechtschaffen guter Charakter handelt, wie es von einem guten Menschen erwartet wird. Sie kombinieren die Verpflichtung das Böse zu bekämpfen, mit der Disziplin schonungslos zu kämpfen. Sie sagen die Wahrheit, halten ihr Wort, helfen denen in Not (und sagen gegen Ungerechtigkeiten aus). Ein rechtschaffen guter Charakter hasst es, wenn die Schuldigen ungestraft davonkommen. Einige empfinden die rechtschaffen gute Gesinnung als die Beste, da sie Ehre und Mitleid in sich vereint.
Neutral Gut
Hier, trink dies.
Diese Charaktere glauben, dass ein Kräfteausgleich wichtig ist, aber die Angelegenheiten von Ordnung und Chaos den Bedarf an Gutem nicht mindern. Da das Universum groß ist und viele Kreaturen beinhaltet, die ihren verschiedenen Zielen entgegenstreben, wird ein entschlossener, fester Glaube an das Gute die Balance nicht aufheben. Er kann sie sogar aufrechterhalten. Wenn das Gute zu fördern bedeutet, organisierte Gesellschaften zu unterstützen, dann ist das genau das, was getan werden muss. Wenn Gutes nur durch den Umsturz der bestehenden sozialen Ordnung erreicht wird, dann soll es so sein. Soziale Strukturen selbst haben keine innewohnenden Werte für sie. Ein Baron, der die Befehle des Königs etwas zu zerstören, was er als böse ansieht, ignoriert, ist ein gutes Beispiel eines neutral guten Charakters.
Chaotisch Gut
He, he, he? Ich, konfliktsuchend? Was redest du da?
Chaotisch gute Charaktere sind starke Individualisten, die von einer Spur Freundlichkeit und Wohlwollen gezeichnet sind. Sie glauben an all die Tugenden von Recht und Gut, allerdings haben sie geringe Verwendung für Gesetze und Regulierungen. Sie sehen keinerlei Nutzen in Leuten, die versuchen "Leute herumzukommandieren und ihnen zu sagen, was sie zu tun haben." Ihre Aktionen, werden von ihrem eigenem moralischem Kompass geleitet, die, obwohl gut, nicht immer in perfekter Übereinstimmung mit dem Rest der Gesellschaft sind. Ein mutiger Grenzbewohner, der immer weiterzieht, wenn die Siedler ihm in seinen Fußspuren folgen, ist eine Beispiel eines chaotisch guten Charakters.
Rechtschaffen Neutral
Der kaltblütige Richter.
Ordnung und Organisation sind für Charaktere dieser Gesinnung von höchster Bedeutung. Sie vertrauen auf eine starke gutstrukturierte Regierung, egal ob diese Regierung eine Tyrannei oder eine wohltätige Demokratie darstellt. Die Vorzüge der Organisation und Reglementierung wiegen die moralischen Fragen, die aus ihren Taten hervorgehen, auf. Ein Inquisitor, dessen Bestimmung das Aufspüren von Verrätern - koste es, was es wolle - ist, oder ein Soldat, der niemals seine Anweisungen in Frage stellt, sind gute Beispiele eines rechtschaffen neutralen Verhaltens.
Neutral
8-ball undecided, ask again later.
Neutrale Charaktere glauben an das ultimative Kräftegleichgewicht, und verweigern sich dem Standpunkt Handlungen als entweder gut oder böse zu sehen. Da die Mehrheit der Weltbevölkerung Urteile darüber fällt sind wahrhaft neutrale Charaktere sehr rar. Neutrale tun ihr Bestes, Parteiergreifung mit guten oder bösen, sowie rechtschaffenen oder chaotischen Kräften zu vermeiden. Es ist ihre Pflicht dafür zu sorgen, dass all diese Mächte im Streit keine Übermacht erlangen.
Neutrale Charaktere finden sich manchmal in eigentümliche Allianzen gedrängt. In großem Ausmaß sind sie, in jeder gegebenen Situation, genötigt, sich auf die schwächere Seite zu schlagen, was sie manchmal auch dazu zwingt die Seiten zu wechseln, da der Verlierer nun zum Gewinner wird. Ein neutraler Druide könnte sich auf die Seite der lokalen Baronie schlagen, um einen Stamm bösartiger Gnolle niederzuwerfen, nur um dann den Kampf einzustellen oder die Seite zu wechseln, wenn die Gnolle am Rande der Auslöschung stehen. Er würde danach trachten keine Seite zu mächtig werden zu lassen. Es ist somit allzudeutlich, dass sehr wenige wirklich neutrale Charaktere in der Welt existieren.
Chaotisch Neutral
Oooooh, Glänzende!
Chaotisch neutrale Charaktere vertreten den Standpunkt, dass für nichts eine Ordnung existiert. Dies beinhaltet auch ihre eigenen Handlungen. Mit diesem Leitprinzip tendieren sie dazu jedem wunderlichen Einfall zu folgen, der sie in dem Moment befällt. Gut und Böse sind irrelevant in ihrer Entscheidungsfindung. Chaotisch neutrale Charaktere sind sehr schwierig handzuhaben. Solche Charaktere sind als heiter bekannt und setzen immer alles auf eine Karte. Sie sind beinahe unberechenbar. Tatsächlich ist das einzige, worauf man sich bei ihnen verlassen kann, dass man sich nicht auf sie verlassen kann! Diese Gesinnung ist vielleicht die schwierigste, die man spielen kann. Geisteskranke und Verrückte tendieren zu chaotisch neutralem Verhalten.
Rechtschaffen Böse
Du MACHST nun was ich sage, oder du es wird Schmerz geben!
Diese Charaktere halten viel davon die Gesellschaft und ihre Gesetze zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Struktur und Organisation beflügeln diejenigen, die es verdienen zu herrschen, genauso wie sie eine klar definierte Hierarchie zwischen Herr und Diener festlegen. Zu diesem Zweck unterstützen rechtschaffen böse Charaktere Gesetze und Gesellschaften, die ihre eigenen Belange schützen. Wenn jemand aufgrund eines Gesetzes, das rechtschaffen böse Charakteren zum Vorteil gereicht, verletzt wird oder leidet, ist das Pech. Rechtschaffen böse Charaktere sind normalerweise sehr vorsichtig, wenn sie jemandem ihr Wort geben. Einmal gegeben brechen sie es nur dann, wenn sie dies auf legalem Wege, innerhalb der Gesetze der Gesellschaft erreichen können. Ein mit eiserner Hand herrschender Tyrann und ein verschlagener gieriger Händler sind Beispiele eines rechtschaffen bösen Wesens.
Neutral Böse
Wem kann ich nun weh tun?
Neutral böse Charaktere sind in erster Linie mit sich selbst und ihrem eigenen Vorwärtskommen beschäftigt. Sie haben keine besondere Abneigung mit anderen zu arbeiten oder, in diesem Fall, etwas alleine zu machen. Ihr einziges Interesse ist voranzukommen. Wenn es einen einfachen und schnellen Weg gibt Profit zu machen, egal ob legal, fraglich oder offensichtlich illegal, ziehen sie ihren Vorteil daraus. Obwohl neutral böse Charaktere nicht die Einzelgängermentalität der chaotisch bösen Charaktere haben, haben sie keine Skrupel ihre Freunde und Gefährten zu ihrem eigenen Vorteil zu verraten.. Ihren Gehorsam richten sie normalerweise gen Macht und Geld, was sie gegenüber Bestechung durchaus empfänglich macht. Ein skrupelloser Söldner, ein gewöhnlicher Dieb und ein ein doppeltes Spiel betreibender Informant, der die Leute an die Behörden verrät, um sich selbst zu schützen und vorwärtszubringen sind typische Beispiele eines neutral bösen Charakters.
Chaotisch Böse
Anything goes.
Diese Charaktere sind der Fluch allen Gutes und Organisiertes. Chaotisch böse Charaktere sind motiviert durch ihr Verlangen nach persönlichem Gewinn und Vergnügen. Sie nehmen was sie wollen, mit jeglichen Mitteln und erkennen dies als absolut legitim an. Gesetze und Regierungen sind ein Werkzeug der Schwächlinge, die unfähig sind selbst für sich zu sorgen. Die Starken haben das Recht das zu nehmen was sie wollen und die Schwachen sind dazu da ausgenommen zu werden. Wenn chaotisch böse Charaktere sich zusammenschließen sind sie dazu nicht angehalten durch den Wunsch zu kooperieren, sondern eher um starken Gegnern entgegentreten zu können. Solche Gruppen können nur durch einen starken Anführer zusammengehalten werden, der fähig ist seine Untergebenen durch Einschüchterung zum Gehorsam zu zwingen. Da die Führung auf roher Gewalt basiert, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Anführer beim ersten Zeichen der Schwäche durch irgendjemanden, der diese Position auf irgendeine Weise an sich reißen kann, ersetzt wird. Blutdurstige Freibeuter und Monster mit geringer Intelligenz sind geeignete Beispiele chaotisch böser Persönlichkeiten.

