Navach Zwei-Monde
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| Basisdaten | |
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| Gespielt von: | Nicathaniel |
| Geburtsort: | Nomaden-Zeltlager des Graue Wölfe-Stammes |
| Alter: | 19 |
| Volk: | Uthgardt |
| Klasse: | Schamane |
| Glaube: | Wolfstotem |
Wurfbruder (Hintergrund, kein freies Wissen)
Unter den Menschen nennt man mich Navach Zwei-Monde.
Aber das ist nur eine schlechte Verkrüppelung meines eigentlichen Namens. Bei den Wölfen heiße ich ‘Vollmond, der in einer klaren Sommernacht über dem Wald steht und sich in einem stillen Teich auf einer Lichtung spiegelt, auf der ein sanfter Lufthauch durch das Gras streift’.
Wölfische Namen sind nicht direkt Wörter, es sind Bilder und Eindrücke, Gerüche und Erfahrungen. Ich bin stolz auf meinen Namen. Geboren wurde ich in den nördlichen Silbermarken, in einem Lager der Grauen Wölfe. Mein Ziehvater sagte mir, das mehrere Stammesmitglieder unmittelbar nach meiner Geburt ins Zelt kamen und mich ihrem Gott opfern wollten. Ich war eine Schande für den Stamm; Ich war kein Werwolf, wie alle Mitglieder des Stammes, und somit eine Missgeburt. Meine Mutter warf sich schützend über mich und wurde mit Knüppeln und Speeren zusammengeschlagen.
Der Anführer der Gruppe holte in dem Augenblick zum Schlag aus, als von draussen ein Warnruf erscholl. Der Warnruf ging in einem Schmerzensschrei unter, und Bruchteile später kamen Wölfe durch den Zelteingang geschlichen. Viele Wölfe. Sie mussten einen Teil des Lagers komplett umschlossen haben, denn niemand aus dem Barbarenstamm kam zur Hilfe. In einem schützenden Kreis um meinen frisch geborenen Leib knurrten sie die Uthgardt an und machten deutlich, weswegen sie gekommen waren.
Der Älteste von ihnen, ein riesiges Tier mit grauer Schnauze und einer Narbe an der rechten Schulter, die durch eine freie Stelle im Fell zu erkennen war, richtete sich plötzlich auf und nahm langsam und knirschend die Gestalt eines alten Mannes an. Er trug ähnliche Kleidung wie die Barbaren, nur war er behängt mit Federschmuck und Steinkettchen und ähnlichen mysteriösen Gegenständen. Die Uthgardt senkten ihre Waffen und blickten den Alten staunend, aber stumm abwartend an. Von ihm hatte man schon gehört. Er enttäuschte sie auch nicht, sondern kam direkt zur Sache. Mit der knarzenden Stimme einer alten Eiche sprach er:” Dieses Kind gehört Wolf.” Das war alles.
Die Uthgardt-Barbaren warfen sich ein paar Seitenblicke zu, dann machten sie den Weg zum Zelteingang frei und warteten ab. Wer von Wolf auserwählt war, konnte keine Missgeburt sein. Aber er konnte auch nicht bei den Grauen Wölfen bleiben, so war es Brauch. Der alte Mann nahm das plärrende Bündel auf, sprach ein paar kurze geflüsterte Sätze zu der schluchzenden Mutter, und ging dann, umringt von den wachsamen Wölfen, aus dem Zelt hinaus und in die Nacht hinein. Das liegt nun schon achtzehn Winter zurück.
Ich wuchs in der Wildnis auf und lernte die Sprache der Geister und die Kunst des Heilens. Die Wölfe waren meine Familie und Kamar Drei-Eichen mein Lehrer und Mentor. Das wichtigste Ereignis in meinem Leben geschah, als ich gerade 12 Winter zählte. Ich war auf der Schwelle zum Mann und hatte bereits viel gelernt. Aber etwas störte mich. Auch wenn Kamar mir sagte, das ich von Wolf auserkoren war, so spürte ich nichts von Wolf. Diesen Gedanken teilte ich auch Kamar mit. Der alte Mann lächelte nur wissend und meinte, das ich eigentlich schon alt genug sei. Ich sollte den Abend zum Wurfbau des Rudels kommen. Mit einer Menge Fragen im Kopf verbrachte ich den Tag auf der Lichtung, auf der ich so gerne meditierte.
Pünktlich zum Sonnenuntergang ging ich zu den Wurfbauten. Die Wölfe hatten Kamar und mich schon lange als zwei der ihren anerkannt, sodass mir keiner der Wölfe aggressiv gegenüberstand. Es schien sogar so, als wären die anwesenden Wölfe von einer besonderen Spannung erfasst. Sie waren recht still, und schauten immer wieder zum Eingang der kleinen Höhle. Aufmerksam um mich schauend betrat ich den Bau. Kamar war bereits hier, er hockte neben Schwarze-Mähne. Sie war das Alphatier des Rudels, und kurz vor ihrem Wurf. Deswegen war das Rudel so nervös. Kamar hatte gerade ein paar Schalen mit Räucherwerk um die hochschwangere Wölfin aufgestellt und ihr eine Schale Wasser an die hechelnde Schnauze gehalten um sie trinken zu lassen. “Zieh Dich aus und leg Deine Sachen in die andere Ecke der Höhle,” sprach er, ohne sich umzudrehen. Sein Gehör und Geruchssinn waren denen der Wölfe ebenbürtig. Rätselnd tat ich wie geheißen und stand dann nackt in der Höhle und wartete. Nachdem Kamar die Wölfin kurz untersucht hatte, deutete er auf das Fell neben ihr und sagte:” Leg Dich hier hin.” Fragen hatte keinen Zweck, also legte ich mich widerspruchslos hin. Kamar begann, mit einer erdfarbenen Substanz Zeichen und Linien auf meinen Körper zu malen. Die Berührung war kalt, ganz im Gegensatz zu dem warmen Fell unter mir. Ich begann schläfrig zu werden. Als die Hälfte meines Körpers mit Zeichen bedeckt war, fing Kamar einen leisen Singsang an, den ich bis dahin noch nie gehört hatte. Meine Augenlieder wurden schwerer. War da eine Trommel..?
bummbumm...bummbumm...bummbumm…
Es ist warm...keine Trommel...was ist eine Trommel?....warm und sicher...ich schwebe in Wärme und Geborgenheit...aber ich bin nicht alleine...da ist noch jemand... mein..Bruder?....wir schweben beide und spüren die Wärme und die Liebe von etwas, das uns beschützt und umsorgt...aber auf einmal werden wir fast zerquetscht...der Druck ist schmerzhaft und wir bewegen uns...es wird hell...und kalt...ich kann nichts sehen... unbeholfen tapse ich mit meinen kleinen Pfoten über haarigen Untergrund und gebe kleine quiekende Laute von mir...bin ich wieder alleine?....nein, ich spüre wie etwas über meinen Körper streicht und mich säubert...meine Mutter?....und mein Bruder liegt neben mir, genauso leise fiepend wie ich...auf einmal bewegen sich die Bilder in meinem Kopf schneller...zwei Wolfswelpen bei der Säugung...zwei balgende Wolfsjunge vor dem Bau...zwei junge Wölfe die durch den Wald hetzen und einen Hasen jagen...die Bilder werden immer schneller und schneller...
Keuchend schnelle ich mit meinem Oberkörper vom Lager hoch. Die Bilder sind noch zu real in meinem Kopf. Ich bin immernoch in der Höhle. Der alte Mann sitzt im Schneidersitz neben mir. Verwirrt schaue ich an mir herab. Die Zeichnungen sind längst abgeblättert, und ich habe das Gefühl ein Stück größer zu sein.
Mein hilfesuchender Blick trifft auf den von Kamar. “Fast ein Jahr lang.” Ich verstehe nicht. Ein Jahr lang was? Und wo ist Schwarze-Mähne? Als ich ein tapsendes Geräusch vom Höhleneingang höre drehe ich mich herum. Ein junger Wolf steht dort und blickt mich unverwandt an. Sein Blick scheint eine Mischung aus Sorge und Belustigung zu sein. Jetzt verstehe ich. Amalouk. Mit Tränen in den Augen stehe ich auf und gehe zu meinem Wurfbruder.
