Werdegang
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Ein gerne unterschätzter, aber wichtiger Bestandteil des Rollenspiels ist der eigene Werdegang des Charakters. Was wurde aus dem einstigen, unerfahrenen Charakter von damals heute? Hat es der Charakter vom kleinen Magieradepten zum anerkannten Hofmagier geschafft? Wurde der Knappe ein Ritter oder die junge Elfe eine würdige Druidin? Hauptsächlich geschieht ein solcher Vorgang nicht durch die Engine (der Erfüllung von technisch gesetzten Kriterien), sondern durch die Entwicklung des Charakters im Rollenspiel. Erachtete der Erzmagier seinen Schüler als würdig, ihn in den Zirkel aufzunehmen? Gab der Ritter dem Landesherrscher bekannt, dass sein Knappe zum Ritter geschlagen werden darf? Wurde die junge Elfe von den Druiden gelehrt und akzeptiert?
Ein solcher Werdegang sollte immer ausgespielt werden! Bei der Anmeldung "fertige" Charaktere anzugeben, zieht eine sehr genaue Begutachtung und zahlreiche Fragen nach sich. Der Staff behält sich immer das Recht vor, solche Charaktere aus Gründen interner Rollenspiellogik abzulehnen.
Charaktere mit einem echten Werdegang haben Tiefe und sind in ihrem Handeln weitaus begründbarer als "fertige" Charaktere. Es kann vorkommen, dass tiefgreifende Ereignisse im Leben eines Charakters vorkommen, die sein Verhalten und sein Wesen von Grund auf verändern. Als Beispiele kann der Tod einer nahestehenden Person genannt werden, oder Visionen durch einen bestimmten Gott oder ... oder ...
Solche Ereignisse sollten sehr selten sein. Kommen sie in einem gewissen Zeitrahmen zu oft vor, läuft der Charakter Gefahr, lächerlich zu wirken. Ebenso lächerlich ist es, wenn ein Magier nach vollendeter Lehre plötzlich beginnt, sich als Krieger zu betätigen. Ganz davon abgesehen wird der Staff solche Veränderungen nicht zulassen. Es sind die kleinen Ereignisse im Leben, die täglichen Freuden und Plagen, die den Charakter formen. Tägliche Wandelungen eines Charakters zeugen von inkonsequentem und willkürlichem Rollenspiel, einem Spieler oder einer Spielerin, die sämtliche interessanten Rollen durchspielen wollen. Meistens wird ein solcher Charakter, der sich zu oft wandelt, von anderen Mitspielern nicht mehr ernst genommen, was auf beiden Seiten zu Frust führt. Daher sollte es im eigenen Interesse liegen, eine Rolle für den eigenen Charakter zu finden und auf dieser Schiene mit all ihren feineren Nebenspuren und RP-Logik zu bleiben.
Schulungen, Unterricht, Ausbildung oder das Knappen-Dasein sollte im Rollenspiel nicht als störendes Hindernis, sondern als eine Entwicklungsphase des eigenen Charakters angesehen werden. Das "richtige" Rollenspiel beginnt nicht mit dem Erreichen des gewünschten Ziels, sondern von Anfang an, wenn man mit seinem Charakters ins Spiel eingelogt hat und dort erste Bände knüpft. Natürlich setzt nicht alles eine Lernphase voraus. Schön ist es aber, wenn man in solchen Fällen eine gewisse Lernphase ausspielt.
Nichts spricht dagegen, Lernphasen bei Ausbildungen zu verlängern, wenn man das Gefühl hat, dass der eigene Charakter noch nicht im Rollenspiel bereit ist. Ebenso kann man ihn auch scheitern lassen und ein Versagen ausspielen. In allen Fällen gilt: "Der Weg ist das Ziel."
Im besten Fall wird eine Ausbildung nur um der Ausbildung willen gespielt. Auch wenn das nicht jeder machen wird, sollte man sich doch gänzlich auf diese Zeit einlassen und sie ebenso ernst nehmen wie sein sonstiges Rollenspiel. Denn diese Zeit bietet sie eine Fülle an Gelegenheiten für Ereignisse, die sich sonst bei weitem nicht so leicht ergeben werden.